Spätjahr

Nach dem sehr nassen Winter waren unsere speicherfähigen Böden vollkommen mit Wasser gesättigt. Zum Start in ein neues Weinjahr ist dies normalerweise optimal für die Vegetation.
So war es auch in diesem Jahr. Im Frühjahr war es lange kühl und der Austrieb der Weinreben verzögerte sich im Vergleich zum Vorjahr. Auch das war von Vorteil, denn so umgingen wir die Gefahr für Frostschäden. Als es dann wärmer wurde, legten die Reben auch gleich richtig los. Da es nicht mehr regnete und sich ein regelrechtes Traumwetter einstellte, hatten unsere Böden auch schnell die ideale Voraussetzung, um unsere jungen Reben pflanzen zu können. Das stabile Wetter blieb weiterhin und so hatten wir bis in den Juli nahezu ideale Bedingungen. Im Vergleich zu den letzten Jahren konnten wir bei den Pilzkrankheiten ganz entspannt sein. Als es dann langsam eng wurde mit der Wasserversorgung der Reben, kamen über den Juli verteilt 100 Liter pro Quadratmeter Regen. Gerade zum richtigen Zeitpunkt. Einziger Wermutstropfen waren leichte Hagelschäden durch einzelne Gewitter. Im August gab es dann noch einmal schönes Wetter und wir blickten mit Vorfreude auf die Weinlese mit kerngesunden Trauben und reichlich Ertrag.
Dachten wir zumindest. Fast alle Winzerkollegen und auch wir hatten sich, was den Ertrag anging, um einiges verschätzt. Als dann die ersten Reifemessungen Mitte August schon beachtliche Öchslegrade hervorbrachten, war zumindest klar, die Weinlese wird früh starten. Direkt nach unserem letzten Weinfest und Liefertouren richteten wir alles im Eiltempo für die Weinlese. Als wir dann am 6. September starteten, waren wir doch erstaunt über die schon sehr hohen Öchslegrade und leider auch über die geringen Erträge. Diese lagen in diesem Jahr bis zu 20% unter dem Durchschnitt.
Ende August änderte sich dann schlagartig das Wetter. So entspannt es das ganze Jahr war, so extrem wurde es zur Weinlese. Mit 170 Liter pro Quadratmeter und teilweise bis 30° Celsius genau das, was reife Trauben nicht mögen. Im Gegensatz zur Erntemenge ließen wir uns hier aber nicht täuschen und ernteten mit Vollgas bis an unsere körperlichen Grenzen. Und man sah auch direkt warum. Innerhalb weniger Tage begann die Fäulnis an den Trauben und entwickelte sich in einer Woche rasant.
Mit nur zwei Wochen und drei Tagen erreichten wir einen absoluten Rekord bei der Weinlese. Normalerweise dauert diese vier Wochen. Möglich war dies nur dank der kleinen Ernte. Aber es hat sich mal wieder gelohnt, wir konnten die Qualität der reifen Trauben rechtzeitig in den Weinkeller retten und bereits Anfang Oktober waren alle Weine vergoren. Auch das ist ein neuer Rekord. Normalerweise ist der Oktober ein sehr turbulenter Monat, dieses Jahr konnten und mussten wir ihn nutzen, um zur Ruhe zu kommen und eine Pause einzulegen.

Während der kleine aber feine Jahrgang in den Fässern auf der Feinhefe reift, wollen wir die Zeit nutzen, um Ihnen wieder den gewohnten Service unserer Liefertouren im Spätjahr anzubieten.

Alle Kunden die in einem der Liefergebiete sind erhalten hierfür ein Anschreiben, die aktuell versendet werden.

"``Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.``"

Winston Churchill

Sie haben Interesse an einer Weinprobe, nach Wunsch auch mit einem leckeren Gericht?
Sprechen Sie uns an! Gerne finden wir einen Termin und servieren Ihnen einen genüsslichen Abend!